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Plakatwand – Künstlerinitiative für Völkerverständigung und Menschenrechte – Meerbusch



Aktuell
Mai 2025: Gestaltung der Plakatwand von der Künstlerin María Rosa López Blanes mit dem Bild: "Sag mir, wo die Blumen sind", aus der Serie "Seidenstraße". www.maroloblan.de
2024 geht die Organistaion der Plakatwand an die Meerbuscher Künstlerin María Rosa López Blanes über. Auf Vorschlag der Stadt Meerbusch, von der das Projekt auch finanziell unterstützt wird, wurde der Name in "Plakatwand – Künstlerinitiative für Völkerverständigung und Menschenrechte – Meerbusch" geändert.
Die Vorgeschichte: 1993 wurde die Plakatwand auf Initiative des Meerbuscher Künstlers Helmut Martin-Myren aufgestellt. Nach seinem Tod im Jahr 2001 übernahm Winfried Schmitz-Linkweiler die Organisation der Kunstaktion. Als dieser starb, ging sie an dessen Bruder, Jochen Schmitz-Linkweiler über, der von 2011 bis 2024 für das Projekt verantwortlich war.


Einweihungsrede „Seidenstraße“ 25.5.2025
Guten Tag,
ich begrüße Sie. Mein Name ist Maria Rosa Lopez Blanes. Ich komme aus Argentinien, wo ich Kunst studiert habe. Seit 1990 lebe ich in Deutschland und seit 2002 in Meerbusch. Ich arbeite in Krefeld.
Ich würde mich nicht als politische Künstlerin bezeichnen, also jemand, der sich nur mit politischen Themen beschäftigt und versucht, eine Botschaft zu vermitteln oder durch die Kunst die Welt zu ändern.
Aber manchmal beschäftigen mich besonders aktuelle Themen, so dass ich ein Bedürfnis spüre, sie in der Kunst zu bearbeiten. Eines dieser Themen ist die Flüchtlingskrise. Eher nicht wegen der Migration, die manche Menschen als Bedrohung empfinden, sondern wegen des Umgangs mit den Menschen, die in Europa Schutz suchen.
Das Bild, eine Fotocollage auf eine Plane gedruckt, ist aus meiner Bilderserie „Seidenstraße“ aus den Jahren 2023/2024, die sich mit der Flüchtlingsthematik beschäftigt. Die Serie aus 365 Bildern ist in Gruppen geordnet. Das gezeigte Bild von der Gruppe „Sag mir, wo die Blumen sind“ hat, wie alle anderen Bilder, 3 Ebenen. Der Titel bezieht sich auf das berühmte Antikriegslied.
Die 1. Ebene zeigt eine Gruppe von Menschen, sie ist auf ein Leinentuch gemalt. Das Motiv ähnelt dem Hintergrund, der in vielen Fernsehnachrichten dazu dient, über die Situation von Flüchtlingen zu berichten. Meistens mit nicht besonders positiven Aussagen. Die Menschen werden beinahe als Schatten gezeigt – fast unmenschlich.
Die 2. Ebene symbolisiert den Weg, auf dem die Flüchtlinge gehen. Er wird aus den Etiketten von Kleidern (die Seidenstraße) dargestellt, die wir in Europa konsumieren und die teilweise in den Ländern produziert werden, aus denen die Menschen zu uns kommen. Beide Ebenen wiederholen sich bei allen 365 Bildern als Hintergrund.
Die 3. Ebene sind Projektionen von Bildern alltäglicher Themen, wie Nachrichten und privaten Fotos meiner Erlebnisse und meiner Umgebung in den verschiedenen Jahreszeiten.
Die gesamte Serie repräsentiert das Dilemma der Flüchtlingsthematik im Gegensatz zu unserem komfortablen, sicheren Leben in Europa.
Europa, ein Kontinent der Völkerwanderung.
Europa, ein Kontinent, der Kriege geführt hat.
Europa, ein Kontinent, der erobert hat.
Europa, ein Kontinent, dessen Einwohner in aller Welt Schutz suchten und gefunden haben.
Europa, ein Kontinent, in dem es auch möglich war, Schutz zu bekommen.
Ich selbst komme aus einem Einwanderungsland, wo dieser Schutz gesucht wurde. Ein Einwanderungsland mit einer Vorgeschichte. Die grausame Geschichte der Eroberung Amerikas.
Ich bin Produkt dieser widersprüchlichen Geschichte von Eroberung, Völkermord, Flucht, Schutz, Vielfalt, Fürsorge und Menschlichkeit.
Argentinien hat sehr viele Menschen während und nach dem Krieg in Europa aufgenommen, und nicht nur die Guten. Menschen aller Nationalitäten, Ethnien und Religionen.
In dieser faszinierenden kosmopolitischen Welt bin ich aufgewachsen, mit Markthallen und Haushalten, in denen es alle Sprachen, Düfte und Farben gab.
In den Häusern meiner Freunde, wo die Großmütter nicht ganz verständlich Spanisch sprachen, aber wo das Essen köstlich schmeckte und Lieder anders klangen. Wo die erzählten Geschichten wie Märchen waren, obwohl sie oft von Krieg und Hunger handelten.
Was für ein Reichtum!
Wir haben nie gefragt, woher sie kamen oder warum sie so sprachen. Sie waren die Omas unserer Freunde. Dass Menschen anders sein können und dürfen, war die beste Lehre meiner Kindheit. Es war selbstverständlich, mit dieser Offenheit und Akzeptanz und in diesem Verständnis zu leben.
Ich kann es nur empfehlen.



1994 bis 2004 – 10 Jahre Künstler gegen Ausländerfeindlichkeit












